Wolfgang Joop ist 70 geworden.
Der WDR hat
einen komischen Fernsehfilm über ihn gemacht. Einen Film aus der
deutschen Biedermeier-Republik Angela Merkels. Ein Film über "die neuen
Kleider des Kaisers" ...
Über einen 70-jährigen Mann, der sich als 17-jähriger schminkt und kostümiert - und parfumiert spricht ... und keiner
der Filmemacher sagt, dass dieser Joop sich vor dem Fernsehpublikum
grandios lächerlich gemacht hat.
Eine bundesrepublikanische Commedia
dell'arte-Komödie mit starren Masken, die verdeutlichen wollen: das ist
alles ganz NORMAL in Deutschland.
Hölderlin: "Wem kein Leben / ohne
Bewegung / ist dem ist / festgehalten zu / werden schlimmer / schlimmer
noch / als der / Tod."
Wer sich als 17-Jähriger vorstellen will - und dem
Publikum verdeutlichen möchte, das sei sein wahres Lebensbild, der ist
nur eine fürchterliche lächerliche Figur - eine Beleidigung der Natur
...
Und wenn das deutsche Publikum zu dieser Lüge auch noch Beifall klatschen soll, weil sie das alles per Rundfunk-Gebühren, bezahlt haben, also bestellt haben ... denn nenne ich das schlicht: eine grandiose Verarschung des deutschen Fernsehpublikums.
Wie anders ist doch der deutsch-französische Modemacher Karl Lagerfeld in Paris. Ganz
Hanseat - und trotz, oder vielleicht gerade deshalb, wegen seiner höchst eigenen Art
und Weise stets sehr, sehr, sehr unterhaltsam ...
Eben - ein Könner.
Dass Mode etwas mit Stil zu tun
hat, wird bei Lagerfeld ganz deutlich. Ebenso der Wert bürgerlicher Bildung und
Tugenden, die bei ihm einen Quell darstellt, aus dem sich ein Leben lang
schöpfen lässt. DANKE.
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